Erst kürzlich stellte
ROI Research Inc fest, dass fast jeder zweite aktive Twitter-User bereits auf Werbe-Tweets reagiert hat. Ins gleiche Horn pustet nun auch der COO von Twitter
Dick Costolo: „Twitter wird ins Werbegeschäft einsteigen“. Beides überrascht uns nicht. Zumal dem Mikrobloggingdienst langsam das Geld ausgeht . Doch Welche Werbeformen bietet Twitter überhaupt?
1. Aktive Werbung per Tweets
Aktiv geworben wird bei Twitter seit eh und je. Natürlich mehr oder weniger subversiv, in dem Werbung und redaktionelle Inhalte miteinander vermengt werden.
Nachteil: Twitter-Werbung wird i.d.R. nicht als solche gekennzeichnet. Wer so wirbt, verspielt seine Glaubwürdigkeit und
Reputation. Die Ersten, welche in der Folge den „Unfollow“- oder „Block“-Button zu klicken, sind die ursprünglich anvisierten Multiplikatoren.
2. Passive Werbung per Tweets
Passive Werbung ist komplizierter. Hier lassen Unternehmen nämlich andere für sich werben - und zwar kostenlos. So können zufriedene oder überzeugte Kunden positiv über ihre Erfahrungen mit dem Unternehmen sprechen. Oder sogar im Netzwerk auf dessen Angebote aufmerksam machen.
Ganz geschickt geht hier übrigens Facebook vor: Unternehmen haben die Möglichkeit, „Geschenke“ im Facebook Shop anzubieten. Und wer so ein (Werbe-)Geschenk Freunden oder Bekannten zukommen läßt, tritt bewußt oder unbewusst immer als Fürsprecher einer Marke auf.
3. Display-Werbung
Was bei Twitter noch nicht praktiziert wird, aber natürlich (mehr oder weniger gut) funktioniert, ist Display-Werbung. Allein Facebook hat bereits einen
Marktanteil von unglaublichen 8,2% an den gesamten US-Spendings dieses Segments.
Nachteil: Display-Werbung nervt. Und sie hat keine auch nur annäherend so hohe Glaubwürdigkeit wie Botschaften anderer Netzwerkmitglieder.
Da gerade Multiplikatoren spezielle Clients zum Twittern nutzen, wird Dick Costolo vermutlich spezielle Werbe-Tweets einführen, denen man sich nicht so leicht entziehen kann. Das ist dann nichts anderes als Display-Werbung - nur noch nerviger.
Ach ja, erst kürzlich beklagten sich ganz besonders führende Multiplikatoren wie die
New York Times,
Paul Carr für Techcrunch und Foster Kamer bei
Valleywag sich über den zunehmenden Twitter-Spam. Carr: „
Es gibt eine neue Generation von Marketingleuten, die ihren Lebensunterhalt bestreiten, in dem sie Werbebotschaften in unsere täglichen Gespräche einschleusen."
Twitter.com hat übrigens seit kurzem mit
sinkenden Zugriffszahlen zu kämpfen – befindet sich somit etwas in der Zwickmühle. Geld muss her – aber Mitglieder dürfen nicht abgeschreckt werden. Wir dürfen gespannt sein, was Dick Costolo dagegen unternimmt.
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